Erster Arbeitstag

Habe heute meinen ersten Arbeitstag gehabt, und muss sagen, dass ich glaube ich wirklich eine neue Berufung gefunden habe.

Wir hatten einen Notruf nach dem anderen heute. Ein 13 jähriger Junge war angegriffen worden und KO geschlagen worden. Wir haben seine Halswirbelsäule ruhig gestellt und die Werte wie Blutdruck, Puls, Atmung und seine Pupillenreaktionen aufgenommen, dann habe ich den Paramedics assistiert die intravenöse Leitung zu legen. Ausserdem hat er so wie fast jeder Patient Sauerstoff bekommen.

Dann war da eine 29 jährige Frau, die scheinbar eine Fehlgeburt hatte. Das selbe Spiel, aber keine Wirbelsäule. Sie hatte irre Schmerzen. Wir haben sie versucht ruhig zu halten, denn sie ist fast die Wände hoch. Sie hat sich so bei uns bedankt.. das war süss.

Der dritte call war der "schlimmste und beste". Zwei Kinder sind von einem Auto angefahren worden.

Und jetzt kommt das ätzendste, als ich aus dem Krankenwagen raus bin, sah ich diesen kleinen Jungen da auf der Strasse liegen, und sein Kopf war blutig und die Seite war angeschwollen.
Er war aber bei Bewusstsein. Ich musste ihm wieder die Wirbelsäule ruhigstellen, was sehr schwierig war, denn er hatte Schmerzen und wir können den Kopf ja nicht bewegen. Aber ich habe es geschafft mit der Hilfe der anderen. Dann haben wir den kleinen auf das lange Backboard gelegt und fixiert. Die Paramedics hatten schon die "vitals" genommen.

Der andere Junge lag ein bisschen weiter weg. Er hatte den Oberschenkel gebrochen und die anderen Jungs haben eine "Zugschiene" angelegt.

So, dann haben wir unserem Patient noch Oxygen gegeben und sofort verladen.

Auf der Fahrt zum Krankenhaus, habe ich die Aufgabe gehabt dem paramedic den IV bag zu preppen, und den Airway des Kleinen zu beobachten damit wir schnell reagieren können wenn er sich erbrechen sollte. Ich sag Dir, in so einem Krankenwagen mit so einem Patienten kann es ganz schön eng und hektisch werden. Ich hatte manchmal 4 Hände zu wenig. Und ich brauche fast einen Helm, so hat das ganze manschmal geschaukelt.

Ach so, jetzt habe ich ganz vergessen zu erzählen, was das ätzendste war.

Als ich da auf der Strasse vor dem kleinen blutenden Kind kniete, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Ich habe mich gefühlt als ob ich da hin gehöre. Das war schön, aber auch komisch zugleich. Wir haben dem Kleinen geholfen, und das hat sich irre gut angefühlt. Vieleicht bin ich ja für so was gemacht. Ich liebe es. Ich liebe diesen doofen Planeten einfach und alles was da so drauf rum kraucht. Und jemandem zu helfen, der Hilfe braucht ist das ultimative.

Wir hatten noch ein ganz kleines Baby. Gerade mal 2 Monate alt. Es drohte zu ersticken...als wir aber da waren, schien es ok zu sein. wir haben es trotzdem transportiert und ihm Sauerstoff gegeben. Das war so süss... Ich habe sein kleines Händchen gehalten. Und natürlich gleich den cap refill gemessen dabei. Das ist die Durchblutung der Kapillargefässe. Ist bei Infants sehr wichtig und sehr eindeutig...

Na ja, für 8.25$ pro Stunde ist das schon ein toller job. Besser als McDonalds zu helfen die Kinder fett zu kriegen.

muss jetzt schlafen

Werde noch an den kleinen Jungen denken...

hoffe euch allen geht es gut.

Wollte euch alle mal auf dem Laufenden halten, nachdem ich nun endlich auch mal was neues berufliches vorzuweisen habe, denn mein privates hat uns alle ja sowieso nur zum heulen gebracht ;-)

Nah ja, bis zum eigenen Rettungshelicopter ist es noch ein weiter Weg. Aber man muss ja irgendwo starten.

From now on, you can call me trauma junkie.

Olli